Geschichte

In der Historie des Gestüts Etzean spielt der 1. April 1969 eine besondere Rolle. An diesem Tag pachtete Gründer und Eigentümer Heinz Weil von Graf Eugen zu Erbach Fürstenau das im Odenwald gelegene Hofgut Etzean mit seiner 43 Hektar umfassenden landwirtschaftlichen Nutzfläche.

In der Folgezeit musste das damals für die Rinderzucht genutzte Anwesen den Anforderungen einer Pferdezucht angepasst werden, wobei diese Anpassung nicht nur aus dem Bau von Pferdeboxen bestand. 1970 erwarb Heinz Weil seine ersten Mutterstuten Arica, Balata und Mariage. Als erstes Fohlen erblickte der von Botticelli aus der Balata stammende Belmondo das Licht der Welt. Bereits als Zweijähriger kehrte der Hengst viermal als Sieger vom Geläuf zurück und gewann ein Jahr später sogar Grupperennen.

1975 fand mit Experte der erste namhafte Deckhengst seine Heimat im Gestüt. Dieses wuchs schnell, was nicht nur den Bau neuer Boxen sondern auch die Pacht von weiterem Land erforderte. 1980 wurde mit Nandino ein späterer Championzweijähriger und klassischer Sieger geboren, dessen höchstes GAG 101 Kilo betragen sollte. Er ist nicht das einzige Klassepferd, das das Licht der Welt im Odenwald erblickte.

Heinz Weil im Jahr 1973 bei der Siegerehrung zum Adolf Schindling-Rennen in Frankfurt. Der Sieger Belmondo war der erste Gruppesieger aus Etzean

Der Championzweijährige und klassische Sieger Nandino als Deckhengst mit Gestütsleiter Gerhard Kredel im Jahr 1986

Nennen muss man natürlich Turfkönig, der nicht nur zum Championzweijährigen wurde, sondern auch zwei Gruppe-I-Rennen und fünf weitere Grupperennen gewann. Weitere Spitzenpferde sind der klassische Sieger Pinot (1990), Lecroix (1992) sowie die Gruppe-I-Sieger Faberger und Noble Pearl (1996). Außergewöhnlich fiel der Jahrgang 1998 mit den hochklassigen El Royal, Kalou, La Perla, Nanouska, Night Woman, Peu a Peu, Sacho, Touch Down, Tareno, Tomster, Denaro und Mistic Sun aus.

Ein wichtiges Jahr für das Gestüt war 1992, als neben Heraldiste auch Dashing Blade eine Box als Beschäler bezog. Ende 2003 erwarb Heinz Weil mit Sholokhov einen weiteren hoffnungsvollen Deckhengst. Auch in das Gestüt wird ständig weiter investiert. In den vergangenen Jahren baute man einen Hengststall, sowie aktuell einen Mutterstutenstall. Ungefähr 120 Hektar umfasst die derzeitige Fläche des Gestüts.